WissenschaftlerInnen aus MV forschen an klimafreundlichen Schiffskraftstoffen: Innovative Komponentenwerkstoffe und KI-gestützte Konzepte für NH3-Betrieb von Schiffsmotoren

Die maritime Energiewende braucht zuverlässige, klimafreundliche Schiffskraftstoffe. Das an der Universität Rostock angesiedelte neue Verbundprojekt „INNO-COMP NH3 Shipping“, welches im April 2026 startet, vereint Wissenschaft und Praxis, um Schiffsmotoren für NH3 (Ammoniak) als kohlenstofffreien Kraftstoff fit zu machen.

An der Universität Rostock arbeiten unter der Koordination von Professor Bert Buchholz vom Lehrstuhl für Kolbenmaschinen und Verbrennungsmotoren acht Partner aus der Universität und Forschungseinrichtungen des Landes daran, offene Fragen beim Einsatz von Ammoniak als Schiffskraftstoff, insbesondere hinsichtlich Materialzuverlässigkeit, Emissionen, Katalysatorverträglichkeit und Umweltwirkungen zu beantworten. Neben der Entwicklung neuer Werkstoffe, Beschichtungen und Prüfmethoden für NH3-Motoren werden die Auswirkungen auf Abgasnachbehandlungssysteme analysiert.

Dazu werden innovative Prüfmethoden erforscht, die die Interaktion von Ammoniak mit Schmierstoffen und Bauteilen besser verstehen und vorhersagen helfen. Ein zentraler Baustein ist der Einsatz Künstlicher Intelligenz, um Schädigungsprozesse frühzeitig zu erkennen und deren Auswirkung auf die Lebensdauer von Komponenten zu bestimmen. Auf diesem Weg können Werkstoffe und funktionale Beschichtungen für hochbeanspruchte Motorkomponenten optimiert werden.  Die Projektergebnisse werden zu einer durchgängigen Methodik integriert, die in Kombination aus innovativen, hochauflösenden Laboranalysen, KI-gestützter Auswertung und gezielten Realtests zu schnellen und zuverlässigen Lebensdauervorhersagen führt.

Das Projektteam arbeitet eng mit dem Anwendungszentrum Wasserstoff am Fraunhofer IGP in Warnemünde zusammen, um Synergien zu laufenden Ammoniak-Motorversuchen an der Universität Rostock und auf dem Großmotorenprüffeld in Warnemünde zu nutzen und die Versuche wissenschaftlich zu begleiten. Ein Industrial Advisory Board begleitet die Forschungen praxisnah.

Das Projekt wird von einem interdisziplinären Konsortium aus Wissenschaft und angewandter Forschung getragen und setzt sich aus 8 Partnern zusammen:

  • Prof. Bert Buchholz, Universität Rostock, Fakultät für Maschinenbau und Schiffstechnik, Lehrstuhl für Kolbenmaschinen und Verbrennungsmotoren (Projektkoordination)

  • Prof. Olaf Keßler, Universität Rostock, Fakultät für Maschinenbau und Schiffstechnik, Lehrstuhl für Werkstofftechnik

  • Prof. Ralf Zimmermann, Universität Rostock, Institut für Chemie, Analytische Chemie

  • Prof. Knut-Michael Henkel, Universität Rostock, Fakultät für Maschinenbau und Schiffstechnik, Lehrstuhl Fügetechnik

  • Dr. Udo Armbruster, Leibniz-Institut für Katalyse e. V., Katalytische Verfahren

  • Prof. Berit Zeller-Plumhoff, Universität Rostock, Fakultät für Maschinenbau und Schiffstechnik, Data-Driven Analysis and Design of Materials

  • Prof. Wilko Flügge, Fraunhofer-Institut für Großstrukturen in der Produktionstechnik IGP

  • Dr. Alexander Vahl, Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie e. V., Oberflächen & Technologien

Ein weiterer wichtiger Aspekt des Projekts ist die Qualifizierung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Im Rahmen des Vorhabens werden insgesamt 13 Stellen geschaffen, davon 8 DoktorandInnenstellen und 3 Postdocstellen, zur gezielten Qualifizierung junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in einem hochaktuellen, interdisziplinären Forschungsfeld.

Das Land Mecklenburg-Vorpommern fördert dieses Vorhaben im Rahmen des Programms „Anwendungsorientierte Exzellenzforschung in Mecklenburg-Vorpommern“ ab April 2026 über drei Jahre mit einem Fördervolumen von 3,48 Mio. Euro.

Kontakt: 
Prof. Bert Buchholz
Universität Rostock
Fakultät für Maschinenbau und Schiffstechnik
Lehrstuhl für Kolbenmaschinen und Verbrennungsmotoren 
Tel.: +49 381 498-9150 
E-Mail: bert.buchholz@uni-rostock.de 


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