Ammoniak könnte die Schifffahrt verändern
Die internationale Schifffahrt steht unter Druck, ihre CO₂-Emissionen deutlich zu senken. Als möglicher klimafreundlicher Schiffskraftstoff gewinnt Ammoniak (NH3) zunehmend an Bedeutung. Der Einsatz bringt jedoch neue Herausforderungen für Materialien, Antriebssysteme und Umweltverträglichkeit mit sich. Das von der Universität Rostock koordinierte Projekt „INNO-COMP NH3 Shipping“ entwickelt deshalb innovative Werkstoffe, Beschichtungen und KI-gestützte Methoden für den sicheren und effizienten Einsatz von Ammoniak in maritimen Anwendungen.
KI soll Materialschäden frühzeitig erkennen
Im Mittelpunkt der Forschung stehen die Zuverlässigkeit von Werkstoffen, mögliche Emissionen, die Verträglichkeit von Katalysatoren und Umweltwirkungen. Ein besonderer Schwerpunkt liege außerdem auf der Verknüpfung experimenteller Untersuchungen mit datengetriebenen Analyseverfahren. Mithilfe Künstlicher Intelligenz wollen die Forschenden Schädigungsprozesse frühzeitig erkennen und die Lebensdauer von Komponenten präziser vorhersagen. Nach dem erfolgreichen Aufbau der Projektstrukturen wurden bereits erste Forschungsarbeiten gestartet und erste Untersuchungsergebnisse erzielt.
Acht Partner bündeln ihre Expertise
„INNO-COMP NH3 Shipping“ vereint die Kompetenzen von acht Forschungspartnern. Dazu gehören neben der Universität Rostock das Leibniz-Institut für Katalyse (LIKAT), das Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie (INP) sowie das Fraunhofer-Institut für Großstrukturen in der Produktionstechnik (IGP). Begleitet wird das Vorhaben von einem Industrial Advisory Board, das die Perspektive der Industrie einbringt und den Wissenstransfer unterstützt. Gleichzeitig stärkt das Projekt den Forschungsstandort Mecklenburg-Vorpommern: Insgesamt entstehen 13 wissenschaftliche Stellen, darunter acht Promotions- und drei Postdoc-Positionen.
3,48 Millionen Euro für die maritime Energiewende
Gefördert wird „INNO-COMP NH3 Shipping“ im Rahmen der Landesexzellenzinitiative „Anwendungsorientierte Exzellenzforschung in Mecklenburg-Vorpommern“. Das Land Mecklenburg-Vorpommern unterstützt das Vorhaben über drei Jahre mit insgesamt 3,48 Millionen Euro. Mit seinem interdisziplinären Ansatz leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung nachhaltiger Technologien für die Schifffahrt von morgen.
„Das Forschungsprojekt INNO-COMP NH3 Shipping bündelt die Stärken unseres Landes und eröffnet uns die Chance, weit über Mecklenburg-Vorpommern und Deutschland hinaus sichtbar zu werden – und zugleich mit seinen Ergebnissen die regionale Industrie nachhaltig voranzubringen“, erklärt Projektkoordinator Prof. Bert Buchholz.
Kontakt:
Prof. Dr.-Ing. Bert Buchholz
Universität Rostock
Projektkoordination „INNO-COMP NH3 Shipping“
Fakultät für Maschinenbau und Schiffstechnik
Lehrstuhl für Kolbenmaschinen und Verbrennungsmotoren
Tel.: +49 381 498-9150
bert.buchholz@uni-rostock.de

