Forschung an der MSF

Forschung an der MSF

Forschung an der MSF

Forschung an der MSF

Forschung an der MSF

Forschung an der MSF

Für eine saubere Umwelt: Jungen Forscher aus Ägypten zieht es an die Uni Rostock

Die Universität Rostock zieht Leute aus fernen Ländern an, bei denen man es gar nicht vermuten würde. Als Beispiel dafür steht Mina Abaskharon aus Ägypten. Der 33-Jährige, der in Deutschland promovieren will, ist auf die hiesige Alma Mater bei seiner Recherche aufmerksam geworden. „In Rostock ist die älteste Universität Nordeuropas beheimatet, die gute Projekte hat und klug ausgerichtet ist“, sagt der junge Mann im besten Deutsch. Die Sprache hat er schon in seiner Heimat gelernt und verbessert sie von Woche zu Woche bei Online-Kursen des Sprachenzentrums der Universität Rostock. „Hier treffe ich virtuell Leute aus aller Welt, beispielsweise China, Russland, Syrien, Japan“, sagt der Doktorand, der am Lehrstuhl für Kolbenmaschinen und Verbrennungsmotoren promoviert. Er wolle etwas für die Umwelt tun, sagt der junge Mann. „Schädliche Abgase minimieren, das ist in Ägypten und in Deutschland ein wichtiges Thema“. Und da kniet er sich fachlich in seiner Doktorarbeit ganz tief rein.     

Auf dem Schiffsmotoren-Prüfstand der Universität Rostock steht der größte Einzylinder-Forschungsmotor einer europäischen Universität. Hier werden Simulationsverfahren und Motorenversuche miteinander verknüpft, um neuartige Brennverfahren für Schiffsmotoren experimentell zu erforschen. Im Focus stehen dabei sogenannte Dual-Fuel-Motoren, die sich wahlweise mit Diesel oder Erdgas betreiben lassen. Oberstes Ziel ist es, neue schadstoffarme Motoren zu entwickeln. Die Herausforderung formuliert Mina Abaskharon so: „Ich möchte mithelfen, dass die Umweltbelastungen durch Großmotoren auf den Meeren stark reduziert und verschärfte Abgasnormen im Schiffsverkehr zukünftig eingehalten werden können“. Dafür forscht der Ägypter für seine Doktorarbeit an Ventilsteuerzeiten von Dual-Fuel-Motoren im Rahmen eines Forschungsprojektes mit dem Motorenhersteller Caterpillar aus Kiel. Da lasse sich noch viel machen, um schädliche Abgase zu minimieren, ist er überzeugt. Seine Stellschraube sei der Methan-Schlupf, den er durch seine Forschung und deren Ergebnisse mit drosseln helfen wolle. „Wenn der schädliche Abgasausstoß spürbar reduziert wird, tut das der Erde gut“. Auch deshalb untersuche er akribisch den Effekt verschiedener Ventilsteuerzeiten, um zu sehen, unter welchen Bedingungen Emissionen verringert werden können. 
Mina Abaskharon schätzt am Lehrstuhl in Rostock, dass es „gute Kooperationen zwischen Universität und Industrie gibt. Zudem sei die technische Ausstattung sehr gut. „Das ist in meiner Heimat nicht so“. 
Corona bedeute für ihn, wie er es formuliert, „einen neuen Lebensstil“. Er wechsle zwischen Home Office und Forschung direkt am Motor. Alles laufe gut organisiert und sehr diszipliniert. 
Für Lehrstuhl-Inhaber Professor Bert Buchholz ist der junge Ägypter eine Bereicherung am Lehrstuhl. „Ich schätze seine sehr große und unerschütterliche Motivation, die vielfältigen Herausforderungen einer Promotion im Ausland erfolgreich zu bewältigen. Er hat sich nicht nur in das komplexe Thema, den aufwendigen Prüfstand und modernste Berechnungsmethoden eingearbeitet, sondern auch mit großem Einsatz in kurzer Zeit die deutsche Sprache gelernt und sich in das bestehende Team integriert. Wie sich jeder vorstellen kann, ist das insbesondere bei den gegenwärtigen Pandemiebedingungen eine herausragende Leistung.“ Text: Wolfgang Thiel

Promotionsstudent Mina Abaskharon an seinem Forschungswerkzeug: ein von den Forschern der Uni Rostock aufgebauter und programmierter teilvariabler Ventiltrieb an einem Dual-Fuel Forschungsmotor. (Foto: Universität Rostock/Julia Tetzke).

Kontakt

Prof. Dr.-Ing. Bert Buchholz
Universität Rostock
Lehrstuhl für Kolbenmaschinen und Verbrennungsmotoren
Tel: +49 381 4989150
www.lkv.uni-rostock.de